„Wenn Du was erreichen willst, musst Du den Politikern auf die Füße treten!“
Mit diesem Motto trat Klara Franke (1911 – 1995), die Kiezmutter der Lehrter Straße, aktiv für die Interessen ihrer Mitbürger, für benachteiligte Gruppen der Gesellschaft und für gute Nachbarschaft ein. Sie war eine der am nachhaltigsten wirkenden Personen bei der Gestaltung des Moabiter Kiezes und der Lehrter Strasse. Durch die stagnierende Stadtteilentwicklung in den 80er Jahren und die Vernachlässigung der Sanierung der Häuser verließen alteingesessene Anwohner die Straße. Die Verbliebenen organisierten sich in Bürgerinitiativen und begannen Mißstände zu benennen: Die Lehrter Straße sollte wieder lebenswert gestaltet werden und Anwohnern eine Perspektive bieten.

1992 wurde Klara Franke mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. In der Lehrter Straße ist der Spielplatz neben der Kulturfabrik, der durch ihre Beharrlichkeit entstanden ist, nach ihr benannt.

Klara-Franke-Tag mit Preisverleihung 2016:

Die Preisverleihung fand am 6. März 2016 im Rahmen eines nachbarschaftlichen Treffens mit kleinem Kulturprogramm in der Kunststätte Dorothea der Dorotheenstädtischen Buchhandlung in der Tumstraße 5 statt. Der diesjährige Preis ging an 17 Seniorinnen und zwei Senioren aus dem Hansa-Ufer 5 (s. unten).

Klara-Franke-Preis

Der Verbund für „Nachbarschaft und Selbsthilfe Moabit“ lobt in unregelmäßiger Folge den „Klara-Franke-Preis“ für Bürgerengagement und Zivilcourage in Berlin-Moabit aus.

Wir fragen alle Moabiterinnen und Moabiter, egal ob jung oder alt:
„Wer lebt in Moabit und/oder engagiert sich für unseren Stadtteil und seine Menschen? Manchmal verbessern schon kleine Ideen die Lebensbedingungen. Wer setzt sich für benachteiligte Gruppen, soziale Zwecke und gute Nachbarschaft ein? Wer beteiligt sich am Leben im Kiez?“ (schon etwas ältere Postkarte zum Download).
Die Vorschläge sollen mit einer kurzen Begründung eingereicht werden beim Verein für eine billige Prachtstraße – Lehrter Straße e.V., c/o B-Laden, Lehrter Straße 27-30, 10557 Berlin, Tel./Fax 3975238, mail: b-laden@lehrter-strasse-berlin.net .

Im Jahr 2000 wurde der Klara-Franke-Preis erstmalig vom Moabiter Ratschlag verliehen. Preisträger waren bisher:
Jutta Schauer-Oldenburg für ihr Engagement für das Krankenhaus Moabit
Andreas Szagun für seine aktive Arbeit in verschiedenen Gruppen, z.B. Betroffenenrat Stephankiez, Friedensinitiative, Arbeitsgruppe Verkehr und Heimatmuseum Tiergarten
Elke Gebhardt für ihre Aktivität für den Beusselkiez im Betroffenenrat und beim Kunstprojekt Zentrale Moabit.
Carsten Urbat, genannt Pilot, für sein Engagement in der Werkstatt der Kulturfabrik.
Jouanna Hassoun für ihr Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit in Moabit.
Monika Raasch für ihr Engagement im Mieterbeirat und für Nachbarn der Häuser Lehrter Straße 1-4 und 70-75.
Lothar Kohlbach für sein Engagement in der Werkstatt der Kulturfabrik und die Kinder der Lehrter Straße.
Leni Wolf für ihr Engagement im Förderverein der Stadtbibliothek Mitte und ihr jahrzehntelanges Engagement in vielen verschiedenen Gruppen, hier die Laudatio von Jutta Schauer-Oldenburg
Norbert Onken für sein Engagement in der B.I. Siemensstraße, in der AG gegen Spielhallen und als Quartiersrat in Moabit West, hier die Laudatio von Jutta Schauer-Oldenburg
Am 8. März 2014 hat der Verbund für Nachbarschaft und Selbsthilfe  zum 9. Mal den Klara-Franke-Preis für gute Nachbarschaft verliehen. Bei einer kleinen Feier  untermalt von kurzweiligen und nachdenklichen Liedern von Elke Queerbeet wurden geehrt:
Thomas Englert für sein vielfältiges Engagement für Kranke, in der Hospizarbeit und als Lesepate und Helfer in zwei Moabiter Grundschulen, hier die Laudatio von Ingrid Thorius
Diana Henniges für ihr Engagement mit der Initiative „Moabit hilft“ für Flüchtlinge in Moabit, hier die Laudatio von Jutta Schauer-Oldenburg (Portrait mittendrin)
Initiative Hansa-Ufer 5:  Christa Kaes (84), Gisela Junggebauer (92), Ingeborg Koske (87), Elvira Sydow (86), Doris Meyer (85), Annemarie Trebuth (85), Anna Schmötzer (74), Gisela Heise (87), Hanna Kuhlke (93), Charlotte Bartsch (91), Rita Leppin (75), Hertha Kiesow (93), Gertrud Behnke (98), Angelika Wagner (81), Ursula Schilling (88), Erika Thonicke (76), Werner Knuth (84), Dietrich Dreher (82) und Ursula Renau (89), hier die Laudatio von Jutta Schauer-Oldenburg.