“Wenn Du was erreichen willst, musst Du den Politikern auf die Füße treten!”
Mit diesem Motto trat Klara Franke (1911 – 1995), die Kiezmutter der Lehrter Straße, aktiv für die Interessen ihrer Mitbürger, für benachteiligte Gruppen der Gesellschaft und für gute Nachbarschaft ein. Sie war eine der am nachhaltigsten wirkenden Personen bei der Gestaltung des Moabiter Kiezes und der Lehrter Strasse. Durch die stagnierende Stadtteilentwicklung in den 80er Jahren und die Vernachlässigung der Sanierung der Häuser verließen alteingesessene Anwohner die Straße. Die Verbliebenen organisierten sich in Bürgerinitiativen und begannen Mißstände zu benennen: Die Lehrter Straße sollte wieder lebenswert gestaltet werden und Anwohnern eine Perspektive bieten.
1992 wurde Klara Franke mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. In der Lehrter Straße ist der Spielplatz neben der Kulturfabrik, der durch ihre Beharrlichkeit entstanden ist, nach ihr benannt.
Klara-Franke-Tag 2010:
Mit Kaffee und Kuchen und vielen Gesprächen unter Nachbarn am Sonntag, 7. März 2010 ab 15 Uhr im Café der Kulturfabrik, Lehrter Straße 35.
Klara-Franke-Preis
Der Verbund für “Nachbarschaft und Selbsthilfe Moabit” lobt in unregelmäßiger Folge im März anlässlich des Geburtstages von Klara Franke den “Klara-Franke-Preis” für Bürgerengagement und Zivilcourage in Berlin-Moabit aus.
Im Jahr 2000 wurde der Klara-Franke-Preis erstmalig vom Moabiter Ratschlag verliehen. Preisträger waren bisher:
Jutta Schauer-Oldenburg für ihr Engagement für das Krankenhaus Moabit
Andreas Szagun für seine aktive Arbeit in verschiedenen Gruppen, z.B. Betroffenenrat Stephankiez, Friedensinitiative, Arbeitsgruppe Verkehr und Heimatmuseum Tiergarten
Elke Gebhardt für ihre Aktivität für den Beusselkiez im Betroffenenrat und beim Kunstprojekt Zentrale Moabit.
Carsten Urbat, genannt Pilot, für sein Engagement in der Werkstatt der Kulturfabrik.
Jouanna Hassoun für ihr Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit in Moabit.
Monika Raasch für ihr Engagement im Mieterbeirat und für Nachbarn der Häuser Lehrter Straße 1-4 und 70-75.
Lothar Kohlbach für sein Engagement in der Werkstatt der Kulturfabrik und die Kinder der Lehrter Straße.
Preisverleihung 2009
Am 8. März 2009 wurde im Rahmen des Klara-Franke-Tages der Klara-Franke-Preis für freiwilliges Engagement in Moabit an Leni Wolf verliehen. Mit dem Preis ehrt der Verbund für Nachbarschaft und Selbsthilfe ihre langjährige Arbeit für den Kiez, in den vergangenen Jahren besonders für den Förderverein der Stadtbibliothek Mitte. Dort kümmert sie sich um zeitraubende Abrechnungen und bürokratische Hürden, die Projekte zur Sprachförderung nehmen müssen. Das laufende Projekt „Sprich mit mir” hätte ohne ihre tatkräftige Hilfe keine Chance gehabt. Aber auch Anschaffungen von Medien und Hausaufgabenhilfe in Bibliotheken gehen auf sie zurück. Seit mehr als vier Jahren gärtnern sie und ihr Mann Uwe für die Bruno-Lösche-Bibliothek. Lesen Sie dazu bitte den Artikel in der LiesSte Nr. 9. Besonders wichtig für die Entscheidung der Jury war, dass Leni Wolf sich seit Ende der 1980er Jahre für Moabit einsetzt, sei es ihre Mitarbeit im ersten gewählten Betroffenenrat Stephankiez, in den ersten Jahren des Moabiter Ratschlags oder Begrünungsaktionen, Baumpatenschaften oder Gemeinwesenarbeit, sie engagierte sich im Frauenbeirat Stadtplanung. Viele lange Jahre und ausdauernd. Lesen Sie die Laudatio von Jutta Schauer-Oldenburg. Die Jury: Ingrid Thorius (Tochter von Klara Franke), Mustafa Fahim (Moabiter Ratschlag e.V.), Birgit Wächter (SHK Selbsthilfe-, Kontakt- und Beratungsstelle – Stadtrand), Luis Sperr (Verein für eine Billige Prachtstraße-Lehrter Straße e.V.), Manfred Dahmen (K3 – Frecher Spatz e.V.), Manuela Klempp (Kulturfabrik Moabit) und Chantal Onken (BürSte, Bürger für den Stephankiez e.V., seit 2008 Mitglied im Verbund).